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Iserlohner Kreisanzeiger vom 26.06.2026

Erste Hilfe

Erste Hilfe ohne Sehen – geht das überhaupt? Iserlohn zeigt: ja

Iserlohn. Sascha Hüsgen aus Hemer ist Erste-Hilfe-Ausbilder – und seit einem Jahr selbst blind. In Iserlohn schulte er erstmals sehbehinderte Teilnehmende.

Von Kevin Kretzler Redakteur Lokal

25.06.2026, 16:30 Uhr

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Sascha Hüsgen gibt Erste-Hilfe-Kurse und war beim Blinden- und Sehbehindertenverein zu Besuch. Katharina Damm ist dort Teil des Leitungsteams.  © IKZ | Kevin Kretzler

Für Ausbilder Sascha Hüsgen sind Erste-Hilfe-Kurse seit über 30 Jahren Alltag. Nun hatte er nach all den Jahren aber eine Premiere beim Blinden- und Sehbehindertenverein in Iserlohn: Es war der erste Kurs seit seiner „gesetzlichen“ Erblindung.

„Die Ausbildung ist ganz anders. Normalerweise würde ich einen Film vorführen und Plakate dabei haben, die einen Unfall zeigen, aber das ging dort nicht. Das war schon herausfordernd“, sagt er. Einfach zeigen, wo das Warndreieck zu stehen hat? Unmöglich. Stattdessen fühlten die Teilnehmenden den Unfall nach, und der Redeanteil von Hüsgen war größer. Durch seine Einschränkung darf Hüsgen in den Kursen Arbeiten mit Verbänden nicht mehr kontrollieren, dafür ist ein Helfer oder eine Helferin notwendig.

Reanimation funktioniert auch ohne Sehkraft

„Wir haben erstmal den ganzen Erste-Hilfe-Kasten durchwühlt und überlegt, was wir benutzen können und wo die Handschuhe sind“, erinnert sich Katharina Damm, Mitglied im Leitungsteam des Vereins. Sie hatte den langjährigen Ausbilder angefragt, weil jede Person von Notlagen betroffen sein könnte. Meistens geschieht das zu Hause, wie Hüsgen erklärt. Durch die fehlende Sehkraft sind in solchen Situationen die Kommunikation und Wahrnehmung mit der betroffenen Person besonders wichtig, um möglichst Dinge abzuklären. „Und wenn die Person nicht ansprechbar ist, legt man sie in die stabile Seitenlage. Atmet sie nicht, beginnt die Reanimation. Draußen lassen sich auch Passanten fragen, was sie sehen oder man kann sie mit dem eigenen Fachwissen anleiten“, so der Hemeraner. Eine verminderte Sehkraft oder gar Blindheit ist Hüsgens Meinung nach kein Grund, keine Erste Hilfe zu leisten. Unterlassene Hilfeleistung und die Behinderung von hilfeleistenden Personen sind Straftatbestände des deutschen Strafrechts.

Wir haben erstmal den ganzen Erste-Hilfe-Kasten durchwühlt und überlegt, was wir benutzen können und wo die Handschuhe sind.

Katharina Damm, Leitungsteam Blinden- und Sehbehindertenverein Iserlohn

Für Damm zeigten sich bei der Herzdruckmassage Herausforderungen. Wo müssen die Hände hin? Wo werden die Pads des Defibrillators angelegt, wenn dieser nötig sein sollte? Was für das Auge nach einem Kurs schnell erkennbar ist, müssen Menschen mit Seheinschränkungen zunächst ertasten. Das gilt beispielsweise auch für die stabile Seitenlage. Für die Iserlohnerin ist wichtig, dass Ersthelfer den Mut haben, andere um Hilfe zu bitten und selbst zu helfen, statt der eigenen Befangenheit nachzugeben. „Sonst einfach einen Gaffer aus der Menge ansprechen. Die gibt es immer“, weiß Hüsgen aus seiner langen Erfahrung.

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Die Reanimation mit Hilfe eines Defibrillator gehört auch zum Inhalt von Erste-Hilfe-Kursen. © picture alliance/dpa | Bernd Thissen

Große Sorgen vor dem Erste-Hilfe-Kurs

Deutlich einfacher waren hingegen die Übungen mit den Verbänden. Hier hatte der Ausbilder mit viel mehr Problemen gerechnet. Er hatte große Angst, dass er den Kurs unter den neuen Bedingungen nicht gut gestalten würde, aber die war unbegründet, wie sich schnell zeigte. Ein reger Austausch, viel Lachen und eine gute Stimmung sorgten für eine gelungene Premiere. „Ich bin sehr stolz auf alle Teilnehmenden. Das hat selten so toll geklappt. Sonst gibt es immer Leute dabei, die Langeweile haben.“ Auch Katharina Damm ist begeistert und erinnert sich, dass die Rückmeldungen der anderen Teilnehmenden ebenso positiv waren. „Wir sind entspannt in den Kurs reingegangen und haben geguckt, was so passiert.“ In zwei Jahren soll der Kurs wiederholt werden. „Ich bin sehr froh, dass ich meine Kenntnisse auffrischen und auch Neues lernen konnte. Jeder kann und sollte helfen, denn es kann auch jederzeit einen selbst treffen. Man kann nichts falsch machen.“

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Erste-Hilfe-Kurs im Schützenverein Radevormwald
Radevormwald (NRW) – 04. Oktober. 2025

Ein Tag voller Lernen, Teamgeist und Humor. Am Samstag fand im Vereinsheim des Schützenvereins Radevormwald 1708 e.V. ein ganztägiger Erste-Hilfe-Kurs statt. Von 9 bis 16:30 Uhr wurde geübt, erklärt – aber auch gelacht. Ein Tag, der nicht nur das Wissen der Mitglieder erweiterte, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl stärkte.

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Die Teilnehmer folgen den Ausführungen des erfahrenen Dozenten

Der Kurs begann pünktlich um 9 Uhr, und die Teilnehmer waren von der ersten Minute an engagiert bei der Sache. Unter der professionellen Leitung der Ausbilder wurden lebensrettende Maßnahmen wie HLW, Seitenlage und Helmabnahme praktisch trainiert. Besonders wichtig waren die Übungen zur Reanimation: Herz-Lungen-Wiederbelebung wurde Schritt für Schritt demonstriert und von allen Teilnehmern umgesetzt.

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„Es ist beruhigend zu wissen, dass man im Notfall helfen kann.“ – Teilnehmer Horst T.          

 

In der Mittagspause wurde gemeinsam gegrillt, was für eine entspannte und gesellige Atmosphäre sorgte. Der Duft von frischen Bratwurst lag in der Luft, während sich die Teilnehmenden angeregt unterhielten und den Vormittag Revue passieren ließen. Bei guter Stimmung kamen alle zusammen, um in lockerer Runde zu essen, zu lachen und Erfahrungen auszutauschen. Die selbstgemachten Salate fanden großen Anklang und trugen zu einem rundum gelungenen Mittag bei.

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Der Ausbilder lies es sich nicht nehmen, sich vomordungsgerechten Garpunkt des Grillguts zu überzeugen.

 

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Das gemeinsame Mittagessen bot eine willkommene Gelegenheit, um die Themen des Vormittags zu diskutieren.
                                                                                                               

Um 16:30 Uhr endete der lehrreiche und kameradschaftliche Tag. Man sah zufriedene Gesichter – das Gefühl, etwas gelernt zu haben und zugleich einen schönen Tag im Kreise engagierter Vereinskameradinnen und -kameraden verbracht zu haben, war deutlich spürbar.

Uwe Altgeld, Vorstand des Vereins, äußerte sich sehr positiv und war zufrieden mit der Resonanz und dem hohen Engagement der Mitglieder. Er lobte die rege Beteiligung, das große Interesse an den praktischen Übungen und die gute Stimmung, die den gesamten Tag über spürbar war. Sein Dank galt sowohl den Teilnehmenden als auch den Ausbildern und Organisatoren, die durch ihre Vorbereitung und Einsatzbereitschaft maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten. Besonders hob er hervor, dass solche Tage ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens seien – sie böten nicht nur wertvolle Lerninhalte, sondern auch Gelegenheit, die Kameradschaft zu pflegen und den Zusammenhalt zu stärken.

Altgeld betonte außerdem, dass der Verein stolz auf seine lange Geschichte und die gewachsene Gemeinschaft blicken könne. „Unser Verein lebt von Menschen, die sich mit Herzblut engagieren und Verantwortung übernehmen – sei es in der Ausbildung, in der Organisation oder einfach durch ihre aktive Teilnahme“, sagte er abschließend.

Solche Veranstaltungen tragen nicht nur zur Sicherheit im Vereins- und Privatleben bei, sondern fördern auch das gegenseitige Verständnis, die Hilfsbereitschaft und den Teamgeist – Werte, die seit über 300 Jahren die Grundlage des Vereins bilden. Das gemeinsame Lernen, Üben und Feiern erinnert immer wieder daran, wie wichtig Tradition, Gemeinschaft und Zusammenhalt für ein lebendiges Vereinsleben sind. Mit diesem positiven Gefühl klang der Tag in entspannter Runde aus, und viele waren sich einig: Eine solche Veranstaltung sollte im nächsten Jahr unbedingt wiederholt werden.

[© Christian Matthes]